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Alle reden davon: der lückenlosen Qualitätssicherung vom Hof zum Teller. Seit Präsident Clinton im Januar 1997 für seine nationale
Lebensmittelsicherheits-Initiative den griffigen Slogan "From Farm to Table" erfunden hat, ist dieser in aller Munde.
Aber so einfach ist das nicht mit der nahtlosen Rückverfolgbarkeit vom Schinken auf der Tiefkühlpizza zum Ferkelstall. Allein in Deutschland gibt es ca. 440.000
landwirtschaftliche Betriebe, die 2001 u.a. 45,3 Mio. t Getreide (das entspricht der Ladung von 1,5 Mio. LKW), 28,3 Mio. t Milch, 4,7 Mio. Rinder und gut 40 Mio. Schweine produzierten. Um die 430
Betriebe stellten in Deutschland ca. 19,5 Mio. t Mischfutter her. 26.000 t Pflanzenschutzmittel und fast 5 Mio. t Düngemittel aus deutscher Produktion (und über 1 Mio. t importierter
Dünger) wurden für die Pflanzenproduktion verbraucht. In Deutschland erzeugen 312 Schlachtbetriebe 1,4 Mio. t Rind- und Kalbfleisch, 3,9 Mio. t Schweinefleisch und knapp 1,0 Mio. t
Geflügelfleisch. Über 6.000 Unternehmen der Ernährungsindustrie und mehr als 50.000 handwerkliche Betriebe sind im Ernährungssektor tätig. Deutschland exportierte 2001
verarbeitete Lebensmittel im Wert von 47 Mrd. € (an erster Stelle Milch und Milchprodukte) und importierte Lebensmittel für 54 Mrd. €. (an erster Stelle Fleisch und
Fleischprodukte). Der Umsatz der über 76.000 Geschäfte des Lebensmittel- und Getränkehandels mit mehr als 230.000 verschiedenen Artikeln beträgt ca. 120 Mrd. € pro Jahr,
also 328 Mio. € pro Tag. Und für außer Haus Essen werden von den Deutschen jährlich ungefähr 75 Mrd. € ausgegeben (1). Allein in Deutschland sind täglich ca.
60.000 LKW unterwegs, um das Transportaufkommen im Lebensmittelsektor zu bewältigen (2).
Aus dem Unbehagen über diese für den Verbraucher undurchschaubaren Zusammenhänge und als Reaktion auf die sich häufenden "Skandale" setzen jetzt wieder mehr Menschen auf
regionale Produkte, denn die Volksweisheit, dass der Bauer nicht isst, was er nicht kennt, gilt auch für Nicht-Landwirte.
Zudem haben wir gerade in Deutschland charakteristische regionale Vorlieben, die die Vielfalt unserer Kultur ausmachen. Ob man Bier trinkt oder Wein, ob man Bratwürste oder Scholle mag, ob
man an Fritten, Klöße oder Nudeln gewöhnt ist: die regionale Spezialitätenküche wurde durch die besonderen Produkte der Landschaft geprägt. Diese regionale Vielfalt
zu erhalten, ist uns ein großes Anliegen.
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